Nachfolgender Text besteht zur Gänze aus Originalton des katholischen Pressediensts;
vorbehaltlich geringe syntaktische Abweichungen.
Lesehinweis:
Litanei, die letzten Silben auf fallende Terz
das Amen gesungen im Chor (sofern vorhanden), aufsteigende Terz
Wien: Dompfarre lädt zur Segensfeier für Schwangere
Zu einer Segensfeier speziell für Schwangere lädt die Wiener Dompfarre in den Stephansdom ein. Weihbischof Franz Scharl wird gemeinsam mit den Müttern um eine gute Geburt und besonderen Schutz für ihre Babys beten. Am Ende der Feier spendet der Bischof allen, die das möchten, den persönlichen Segen für Mutter und Kind. Anschließend können die Mütter eine Kerze für ihr Kind entzünden. Amen.
Kärnten: Bischof Schwarz für "Entschleunigung des Lebenstempos"
Bei einem Vortrag in Völkermarkt plädierte der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz für eine "Entschleunigung des Lebenstempos". In der heutigen Gesellschaft zählten nur Gewinnmaximierung und Wachstum, was "gefährlich und verhängnisvoll" sei, so der Bischof. Nicht quantifizierbare, immaterielle Werte wie gute menschliche Beziehungen, Respekt, Verständnis, Vertrauen und Verlässlichkeit müssten demgegenüber neu in den Blick genommen werden. Der Diözesanbischof sagt: "Der Lebensrhythmus, der uns durch Telefon, Internet und Terminkalender aufgezwungen wird, entspricht nicht dem Lebensrhythmus der Schöpfung." Mit den Festen und Feiern im Kirchenjahr versuche die katholische Kirche eine "Entschleunigung des Lebenstempos" zu bewirken. Die Aufgabe der Kirche sei es, "mit Sensibilität bei den Menschen zu sein und zu schauen, was sie überfordert und wo der Einzelne zu kurz kommt." Als Beispiele nannte der Bischof den Beitritt seiner Diözese zum Klimabündnis, den Führungskräftelehrgang "Wertvoll. Sinnvoll. Führen mit ethischem Anspruch" und das Projekt "Verantwortungsvoll wirtschaften". Amen.
Rom: Italiens Bischöfe beklagen "Scherbengericht" gegen Papst
Die italienischen Bischöfe haben Papst Benedikt XVI. gegen die Polemik zu seinen Äußerungen über den Kondomgebrauch zur AIDS-Verhinderung verteidigt. Gegen den Papst sei insbesondere in den Medien ein regelrechtes "Scherbengericht" erfolgt, das über einen freien Dissens hinausgehe. Kardinal Angelo Bagnasco erklärt in seinem Eröffnungsreferat: "Wir lassen nicht zu, dass der Papst in den Medien oder andernorts lächerlich gemacht und beleidigt wird." Die Botschaft des Papstes für Afrika, der Aufruf zu christlicher Hoffnung und seine Äußerungen zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden seien dadurch überlagert worden. Amen.
Berlin: Kirchen sollen sich stärker einbringen
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Kirchen aufgefordert, sich noch stärker gesellschaftspolitisch einzumischen. Dies gelte besonders angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise. Angesichts von "Exzessen der Märkte" müsse man wieder lernen, "im Interesse des Ganzen zu denken und zu handeln". Angela Merkel verwies auf die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft, die maßgeblich auf ein christliches Verständnis des Menschen zurückzuführen sei. Merkel bekräftigte die grundsätzliche Bedeutung dieses Menschenverständnisses für ihr politisches Handeln und das der CDU. Der Mensch habe als Geschöpf Gottes eine unteilbare und unantastbare Würde. Zugleich stehe der Gottesbezug in der deutschen Verfassung dafür, "dass die Politik nicht allmächtig ist". Das christliche Menschenbild schütze vor Beliebigkeit wie auch vor einer menschenverachtenden Ideologie. Amen.