Nadine Kegele

 

kathpress. Der katholische Wochendienst Nr 819/2007

 

Nachfolgender Text besteht zur Gänze aus Originalton des katholischen Pressediensts;
vorbehaltlich geringe syntaktische Abweichungen.

Lesehinweis:
Litanei, die letzten Silben auf fallende Terz
das Amen gesungen im Chor (sofern vorhanden), aufsteigende Terz



Teil I. Die lateinamerikanische Reise

Brasilia 16/5/07 Brasiliens Kirche zieht positives Resümee der Papstreise
Der Papst hat sich nach seinem Lateinamerika-Besuch in seinen Sommersitz zurückgezogen. In Brasilien indes haben die Analysen seines Auftretens erst begonnen. Er habe interessante Schwerpunkte gesetzt und Lateinamerika empfing viele überraschende Signale. Der Papst will, dass die Kirche im politischen Leben des Landes noch viel präsenter ist. Die ganze Region erwartet nun eine Sozialenzyklika, die die kapitalistische Hegemonie kritisiert. Amen.

Sao Paulo 16/5/07 Aufruf zur Offensive des Widerstands gegen Brasiliens Sekten
Die aggressive Abwerbung von Katholiken gebe berechtigten Anlass zur Sorge. Besonders anfällig für die Sektenwerbung seien getaufte Katholiken, denen ein gefestigter Glaube fehle. Ohne Evangelisierung seien diese den Angriffen des Agnostizismus, Relativismus und Laizismus wehrlos ausgesetzt. Der Papst verlangte eine flächendeckende Mission. Amen.

Sao Paulo 16/5/07 Papst traf Bischof Kräutler
Der Papst informierte sich über die Kampagne gegen Abholzungen in Amazonien. "Ich habe erfahren, dass Sie bedroht sind", sagte der Papst zu Bischof Kräutler laut Radio Vatikan. Nach Angaben Kräutlers habe der Papst zum Abschluss des kurzen Gesprächs gesagt: "Beten wir füreinander." Amen.

Sao Paulo 16/5/07 Der Papst und die Drogenabhängigen
Der Papst hat einstmals drogenabhängige Jugendliche aufgerufen, Botschafter der Hoffnung zu sein. Den Geheilten sagte er, es genüge nicht, den Körper zu heilen. Nicht weniger wichtig als die Wiedereingliederung ins soziale Leben sei die Wiederentdeckung des Glaubens. Weil Gott liebe die unter Drogenabhängigkeit Leidenden mit besonderer Liebe. Amen.

Aparecida 16/5/07 Große Kontinentalmission für Lateinamerika
Mit einer Grundsatzrede hat der Papst im brasilianischen Wallfahrtsort die V. Generalkonferenz des Lateinamerikanischen Bischofsrates eröffnet. Dabei bekannte er sich ausdrücklich zur Option für die Armen als notwendiger Konsequenz des christlichen Glaubens. Diese Option sei innerer Bestandteil des Glaubens an jenen Gott, der für uns arm geworden ist. Sowohl dem Marxismus als auch dem Kapitalismus warf der Papst Versagen vor, denn eine Gesellschaft ohne Gott finde nicht den notwendigen Konsens über moralische Werte. Die Zahl der eingeladenen Bischöfe wurde von 49 auf 89 erhöht. Der Anteil der Frauen mit 20 von 89 war wenig höher als in Santo Domingo. Da sie redeberechtigt waren, konnten sie auch eigene Akzente in die Debatte einbringen. Amen.

Sao Paulo 16/5/07 Hunderttausende bei Messe mit dem Papst
Im Freien waren mehrere hunderttausend Menschen zusammengekommen. Viele hatten auf dem Gelände übernachtet, um einen Platz für die Papstmesse zu erhalten. Der Papst rief die Katholiken auf, mutige und tüchtige Missionare zu sein. Er sagte, nicht eine politische Ideologie, nicht eine soziale Bewegung, nicht ein Wirtschaftssystem, sondern der christliche Glaube sei es, der Lateinamerika zum Kontinent der Hoffnung mache, der Glaube an Gott, der in Jesus Christus Fleisch geworden, gestorben und auferstanden ist. Amen.

Teil II. Die inländischen Ereignisse

Salzburg 16/5/07 Bischof Laun fordert Herz für ledige Mütter
Ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Diskriminierung lediger Mütter hat der Weihbischof anlässlich des Muttertags formuliert. Christen sei es streng verboten, andere Menschen persönlich zu verurteilen und sich als Richter aufzuspielen. Der Bischof empfiehlt mit den Männern härter ins Gericht zu gehen, die die Neigung haben, Frauen zuerst zu drängen, zu täuschen, zu benützen, aber die vorher heiß Begehrte fallen zu lassen, sobald sie schwanger ist. Amen.

Salzburg-Wien 16/5/07 Tagung für Singles auf Partnersuche
Die katholische Heiratsbörse im Internet veranstaltet im Johannesschlössl eine Tagung mit Vorträgen, Arbeitsgruppen und Workshops zum Thema Single-Dasein und Partnersuche. Themen sind u.a. die Diskrepanz von Verstand und Gefühl und die unterschiedlichen Wünsche von Männern und Frauen. Die eingetragenen Mitglieder sind auf der Suche nach künftigen Ehepartnern, für die der Glaube ein wichtiges Kriterium ist. Amen.

Graz 16/5/07 Papst in Mariazell
Der Päpstliche Medienrat Steinschulte sprach bei einem Pressegespräch im Grazer Priesterseminar über die päpstliche Wallfahrt nach Mariazell. "Der Papst reist nicht nach Österreich, er reist vor allem nach Mariazell", sagte Scheinschulte. Die Kirche denke hier nicht in nationalen Kategorien, sondern in einem kirchlichen Kontext. Amen.

Wien 16/5/07 "kreuz & quer" zählt zu den Pluspunkten der ORF-Reform
Die Vorverlegung des Religions-Magazins "kreuz & qer" sei ein Erfolg, so der ORF-Chef. Die Zuschauerzahlen seien seit dem neuen Sendungsbeginn um 22.30 Uhr von durchschnittlich 152.000 auf 182.000 angestiegen. Allerdings sei gleichzeitig der Marktanteil von 23 auf 16 Prozent gesunken. 30 Programmformate seien im Zuge der ORF-Reform neu gestaltet worden, 80 Prozent würden den Erwartungen entsprechen, bei 20 Prozent würde nachjustiert. Weil "insgesamt gilt: Das Publikum hat immer recht", so der ORF-Chef, und wenn das Publikum Teile des Programms nicht annehme, müssten sie etwas ändern. Amen.

Wien 16/5/07 "Das ist eine Geschichte, die keine ist"
Die Pressestelle der Erzdiözese Wien hat eine Darstellung über die angebliche sexuelle Belästigung eines Heiligenkreuzer Mönchs durch einen Bischofsvikar zurückgewiesen. Der Beschuldigte konnte glaubhaft darlegen, dass die Vorwürfe unbegründet sind. Es fand ein Gespräch eines Therapeuten mit dem angeblichen "Opfer" und dem Beschuldigten statt, das mit dem Einvernehmen endete, dass keine Gründe für die Beschuldigung vorliegen. Amen.

Teil III. Die ausländischen Ereignisse

Stuttgart 16/5/07 Kardinal Kasper warnt vor Blauäugigkeit gegenüber Islam
Auch wenn man den Islam vom fanatischen Islamismus unterscheide, dürfe man nicht das Konfliktpotenzial unterschätzen. Der Kardinal wies auf eine ambivalente Einstellung des Islam zur Gewalt hin. Der Islam sei nicht nur eine andere Religion, er sei auch eine andere Kultur, die bislang den Anschluss an die moderne westliche Kultur nicht geschafft hat, zu der auch die Gleichstellung von Mann und Frau gehört. Es sei kein Dialog, sondern charakterlose Selbstverleugnung, wenn wir kapitulieren, sagte der Kardinal und erwähnte das Abhängen von Kreuzen oder den Verzicht auf Weihnachtsfeiern. Amen.

Rom 16/5/07 Großkundgebung für die klassische Familie
Mehr als eine Million Menschen haben auf der Piazza San Giovanni für die klassische Familie demonstriert. Hintergrund der Großkundgebung war das geplante Gesetz über die Rechte der nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Erzbischof Bagnasco sprach von einem freudigen Zeugnis für den Wert der Familie. Justizminister Mastella im Gespräch mit Radio Vatikan: "Das war ein großes Fest des Volkes. Es ist die gesunde italienische Familie sichtbar geworden, die Antworten will." Amen.